Fische richtig ins Aquarium einsetzen

Es ist sehr wichtig, Diskusfische nach dem Transport richtig an ihre neue Umgebung anzupassen.

Das bezieht sich insbesondere auf das Angleichen der Wassertemperatur.

Da es sich bei Fischen um wechselwarme Tiere handelt, deren Körpertemperatur durch die Umgebungstemperatur bestimmt ist, darf man die Tiere nicht zu großen Temperaturunterschieden aussetzen, da sie sonst Schäden davon tragen können und im schlimmsten Fall sogar direkt oder in den nächsten Tagen an dem Temperaturschock sterben können.

Da beim Verschicken der Fische das Transportwasser je nach Jahreszeit mehr oder weniger abkühlt, muss auch schon vorher die Temperatur des Aquarienwassers reduziert werden, um den Temperaturunterschied so gering wie möglich zu halten.

Ich empfehle, die Wassertemperatur des Aquariums bei Außentemperaturen von -5° bis 0°C auf 21°C abzusenken, Bei Temperaturen von 0° C bis 5° C auf 22°C, bei 5°C bis 10°C auf 23°C und bei Temperaturen von über 10°C auf 24°C.

Die Fische kommen je nach Jahreszeit mit Temperaturen zwischen etwa 17°C und 24°C an.

Diese Temperatur sollten Sie messen. Dies geht heute berührungslos mit einem Infrarotthermometer. Wenn man ein solches Thermometer nicht besitzt, kann man auch ein normales Aquarienthermometer in die Styroporbox zwischen die geschlossenen Fischbeutel legen und die Box wieder für 5 Minuten schließen. Anschließend können Sie die Temperatur ablesen.

Wenn der Unterschied der Wassertemperaturen nur 2°C beträgt, können die Fische ohne Angleichen der Temperatur direkt aus dem Beutel ins Aquarium gesetzt werden (ohne Transportwasser).

Bis zu einem Unterschied von ca. 4°C zwischen dem Transportwasser und dem Aquarienwasser, kann man die Fische innerhalb von 30 Minuten an die Temperatur des Aquarienwassers angleichen. Es ist wichtig, dass Sie die Beutel noch nicht öffnen, solange die Temperatur noch nicht bis auf etwa 2°C an die Aquarientemperatur angeglichen ist. Der Sauersoffgehalt in dem Transportwasser würde sonst relativ schnell sinken. In dem Beutel ist auch nach 3 Tagen noch genug Sauerstoff vorhanden, so dass ein überstürztes Öffnen der Beutel eher schadet als nützt.

Wenn die Temperatur des Transportwassers mehr als 2°C unter der des Aquarienwassers liegt, muss die Temperatur angeglichen werden.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten bzw. eine Kombination aus diesen.

Bei der ersten Methode füllen sie die Transportbox etwa zur Hälfte mit Wasser aus dem Aquarium und legen die noch verschlossenen Beutel wieder hinein. Nach etwa 10 Minuten füllen Sie die Box dann fast komplett auf und warten erneut 10 Minuten.

Danach entleeren Sie die Box und messen die Temperatur des Transportwassers erneut. Wenn der Unterschied zwischen Transportwasser und Aquarienwasser immer noch größer als 2°C ist, wiederholen Sie die ganze Prozedur so oft, bis Sie einen Unterschied von nur noch 2°C messen.

Wenn das erreicht ist, öffnen Sie die Transportbeutel und nehmen die Fische mit der Hand heraus und geben sie ins Aquarium. Gießen Sie auf keinen Fall Aquarienwasser in die Transportbeutel, um die Wasserwerte anzugleichen. Fische vertragen sehr gut schnelle Veränderungen der Wasserparameter wie pH-Wert und Leitwert, solange man sich in aquaristisch üblichen Bereichen bewegt. Lediglich die Temperatur sollte sorgfältig angeglichen werden.

Würden Sie Aquarienwasser in die Transportbeutel geben, könnten die Fische unter ungünstigen Bedingungen an einer Ammoniakvergiftung sterben oder zumindest eine erhebliche Schädigung ihrer Kiemen erleiden.

Bei der zweiten Methode, die man nur dann verwenden kann, wenn man noch keine Fische in dem Aquarium hat, das mit den neuen Fischen besetzt werden soll, misst man auch zuerst die Temperatur des Transportwassers und senkt dann die Temperatur des Aquarienwassers durch einen Wasserwechsel mit kaltem Wasser auf die des Transportwassers. Auch hierbei werden die Beutel erst geöffnet, wenn die Temperatur angeglichen ist. Nach dem Öffnen der Beutel nimmt man die Fische vorsichtig heraus und setzt sie ins Aquarium.

Das Transportwasser ist sehr stark mit Stoffwechelprodukten belastet und sollte nicht ins Aquarium gekippt werden.

Selbstverständlich kann man auch beide Methoden kombinieren.

Es gibt auch noch weitere Methoden, wie beispielsweise das Befüllen der Transportbox oder eines großen Eimers mit Leitungswasser derselben Temperatur des Transportwassers. Dort hinein setzt man die Fische (ohne Transportwasser) und belüftet das Wasser, damit die Fische keinen Sauerstoffmangel erleiden. Dann wärmt man das Wasser langsam bis auf die Temperatur des Aquariums auf. Das macht man am besten durch mischen mit Wasser aus dem Aquarium (dies darf allerdings nicht zu stark organisch belastet sein, da sonst wieder die Gefahr einer Ammoniakvergiftung besteht), oder mit etwas wärmerem Leitungswasser.

Aus meiner Erfahrung heraus kann man Fische bis zu einem Unterschied der Wassertemperaturen von etwa 4°C innerhalb von 30 Minuten angleichen.

Für jedes zusätzliche Grad sollte man sich weiter 30 Minuten Zeit lassen.

Das Angleichen sollte lieber etwas länger als zu kurz dauern.

Wenn man die Fische nach den oben genannten Methoden an die Temperatur angleicht, passiert ihnen nichts und sie werden viel Freude an ihnen haben.